Wie kam das Islandpferd nach Südtirol?

Islandpferd
Islandpferd

Im Jahre 1981 hat sich Herr Franz Call mit dem Gedanken befasst, einen Reitstall für sein Hotel in St. Vigil zu eröffnen. Besonderer Schwerpunkt sollte der Ausritt im Gelände sein und zwar im Naturpark Fanes Sennes. Herr Call hat sich über verschiedene Pferderassen informiert und kam dabei im Gespräch mit einem Hotelgast auf das Islandpferd. Dieser machte ihm den Vorschlag, das Islandpferd in seiner natürlichen Umgebung in Island zu beobachten und auf seine Trekkingtauglichkeit zu prüfen.

Inzwischen kauften Herr Call und Herr Leimegger 7 Islandpferde in Deutschland und eröffneten einen Reitstall in St. Vigil. Sie waren von den Leistungen der Pferde begeistert. Eine Fahrt nach Island wurde organisiert. Sieben Personen nahmen daran teil. Eine bekannte Reitlehrerin zeigte den Südtiroler Pferdefreunden die Grundbegriffe des isländischen Reitens. Alle waren fasziniert.

Daraufhin importierte Herr Call weitere 6 Islandpferde nach St.Vigil. Für die Zucht stellte Herr Johannes Hoyes aus Österreich/Semriach einen Hengst zur Verfügung. In den darauf folgenden Jahren beschäftigten sich weiters Herr Josef Schmid/Islandpferde Wiedenhof, Baron Felix Longo und Herr Hans Gufler mit der Zucht von Islandpferden. Die Zahl der Islandpferde stieg ständig an und daher wurde es notwendig, einen Verein zu gründen. Die Präsidentschaft übernahm Baron Felix Longo.

Am 6. April 1993 wurde der Antrag um Aufnahme des Südtiroler Islandpferdezuchtverbandes an die F.E.I.F. (Internationaler Islandpferdezuchtverband) gestellt. Der Antrag wurde einstimmig genehmigt mit der Bedingung, den Namen zu ändern von Südtiroler in Italienischen Islandpferdezuchtverband, um zu vermeiden, dass zwei Vereine in einem Land entstehen.

In der Zwischenzeit hat sich in Südtirol in der Zucht und im Reitsport viel getan. Besonderen Wert legt der Verband auf die Förderung der Jugend. Einige Südtiroler Reiter haben in der Schweiz, in Norwegen und Deutschland bei den Weltmeisterschaften und bei internationalen Turnieren teilgenommen und sehr gute Erfolge erzielt. Zurzeit stehen die meisten Islandpferde in Südtirol, aber auch schon in der Lombardei, in Neapel, in Rimini, der Toskana und im Trentino. Das Islandpferd hat sich europaweit gut bewährt und findet auch bei uns in Südtirol immer mehr Freunde.